Ursprung und Evolution der Türgötter

Zum chinesischen Neujahr ist es ein alter Brauch, dass jeder Haushalt Scherenschnitte als Fensterdekoration anbringt und das Schriftzeichen „福“ (Glück) sowie Türgötterfiguren aufstellt. Auch die Türgötter sind ein in China seit Langem überlieferter Volksbrauch. Meist ähneln sie Militärgenerälen der Peking-Oper: Sie tragen mehrere Fahnen auf dem Rücken und Waffen in den Händen und stehen links und rechts des Tores, um es zu bewachen.

Türgötter in der chinesischen Volkskultur

Was sind Türgötter?

Die Ursprünge des Glaubens an den Türgott lassen sich bis zum Klassiker der Berge und Meere zurückverfolgen, einem Buch aus der frühen Zeit der Streitenden Reiche in China. Dieses älteste Werk der chinesischen Naturgeographie und Mythologie erwähnt diese beiden Gottheiten.

Einer Legende zufolge waren Shen Tu und Yu Lei in alten Zeiten Brüder, die beide geschickte Geisterjäger waren. Wenn ein böser Geist die Menschen heimsuchte, fingen Shen Tu und Yu Lei ihn ein, fesselten ihn und verfütterten ihn an einen Tiger.

Türgötter in der chinesischen Volkskultur

Während der Tang- und Song-Dynastie beschleunigte der Aufstieg des Buchdrucks die Entwicklung der Türgott-Malerei, die sich allmählich zu einer einzigartigen Volkskunst und -kultur Chinas mit einem geheimnisvollen, volkstümlichen Charakter entwickelte. Türgott-Malereien spiegeln unter anderem die Heldenverehrung und den Heldenmut der Chinesen sowie ihr Verständnis von Gut und Böse wider.

Die richtige Art, Türgötter aufzukleben

Später begannen die Menschen, Bilder von Shen Tu, Yu Lei und Tigern auf ihre Türen zu malen, um böse Geister abzuwehren. Sie glaubten, dies würde Geister und das Böse vertreiben. Die linke Tür zeigt Shen Tu, die rechte Yu Lei; in der Volkstradition gelten sie als Türgötter.

Türgötter in der chinesischen Volkskultur

Evolution der Türgötter

Die frühen Türgötter waren zumeist abstrakte Gottheiten (wie Shen Tu und Yu Lei). Später wurden sie nach und nach personifiziert, wobei folgende Darstellungen häufig vorkamen:

Militärische Torgötter: wie etwa Qin Qiong und Yuchi Gong (berühmte Generäle der Tang-Dynastie), die der Legende nach die Tore bewachten und böse Geister für Kaiser Taizong von Tang abwehrten.

Torgötter ziviler Beamter: wie Bao Zheng und Wen Tianxiang , die Rechtschaffenheit und Weisheit symbolisieren.

Taoistische/Buddhistische Gottheiten: wie Zhong Kui , Guan Yu und Weituo , die Elemente aus verschiedenen Religionen vereinen.

Türgötter in der chinesischen Volkskultur

Die zentrale kulturelle Bedeutung der Türgötter

Das Böse austreiben und eine Katastrophe abwenden

Türgötter gelten als „Beschützer“ der Familie. Ihr majestätisches Bildnis verleiht ihnen die Funktion, böse Geister abzuwehren und Unglücke abzuwenden, was den einfachen Wunsch der Menschen nach Frieden widerspiegelt.

Für Segen und Glück beten

Neben dem Schutz vor dem Bösen symbolisieren Türgötter auch Glück. So halten beispielsweise „segnende Türgötter“ oft glückverheißende Gegenstände wie Ruyi (ein Zepter, das Glück symbolisiert) und Schatzvasen, die Glück, Reichtum und zahlreiche Nachkommen willkommen heißen.

Moralerziehung

Die Darstellungen der Türgötter basieren größtenteils auf historischen Persönlichkeiten, die für Loyalität, Rechtschaffenheit und Tapferkeit stehen und auf subtile Weise konfuzianische ethische Konzepte wie Loyalität, Integrität und Verantwortung vermitteln.

Türgötter in der chinesischen Volkskultur

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